Fit fürs Leben

Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule sollen die Kinder fit fürs Leben gemacht werden. Die Broschüre Fit fürs Leben fasst einige wichtige Punkte zusammen, die dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

  

 

Wussten Sie, dass Vorlesen Einfluss auf den Schulerfolg hat?

Für die Entwicklung von Sprache und Sprechen spielen Vorlesen, Erzählen und auch das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern eine wichtige Rolle. Entscheidend ist, dass dabei Nähe und Austausch über die Geschichte mit einer Vertrauensperson stattfindet.

 

Mit dem Lesen entstehen in den Köpfen der Kinder eigene Bilder und ganze Welten. Dies ist ein zentraler Unterschied zum Fernsehen. Deshalb hat für die Fantasie- und die Sprachentwicklung das Vorlesen und das Lesen eine zentrale Rolle. Mit der Entwicklung der Fantasie ist das Kind später und als Erwachsener fähig Lösungswege zu erkennen und selbstständige Gedankengänge zu tätigen.

 

Übrigens
Wer regelmässig die Gelegenheit bekommt Gedanken zu formulieren und über Erlebnisse zu sprechen, lernt sich auszudrücken und fühlt sich geborgen und respektiert. Idealerweise sollte einem Kind im Vorlesealter täglich vorgelesen und später selber regelmässig gelesen werden.

 

 

Wussten Sie, dass wertvolles Lernen häufig ausserhalb der Schule stattfindet?

Es ist beeindruckend, was Kinder schon vor dem Eintritt in den Kindergarten alles lernen! Und auch im Schulalter ist Lernen ein Prozess, der nicht auf die Unterrichtszeit beschränkt ist.

Viele Dinge werden im Alltag entdeckt und geübt, ohne Lehrbuch oder Arbeitsblatt. Besonders die Ferien bieten hier vielfältige Möglichkeiten.

So kann…

  • das Kuchenbacken oder Kochen das Verständnis für Mengenverhältnisse fördern
  • bei einem Gesellschaftsspiel das Gedächtnis oder der Zahlenbegriff gefördert werden
  • das Schreiben einer Postkarten die Motorik und das Schreiben trainieren
  • das Einkaufen den Umgang mit Geld begünstigen
  • ein gutes Gespräch helfen, Erlebtes zu verarbeiten
  • beim Spazieren im Wald Biologie live erlebt werden
  • das Bauen einer Sandskulptur das Vorstellungsvermögen fördern
  • ein fremdes Land die Lust zum Lernen einer Fremdsprache anregenWir sind das ganze Leben lang Lernende. Sie als Eltern sind ein grosses Vorbild für die Kinder, wie Sie mit Neuem umgehen und sich in ungewohnten Situationen verhalten.

 

 

 

Wussten Sie, dass Kinder, die viel fernsehen, schlechtere Schulnoten haben?

Kinder müssen den Umgang mit Medien lernen – von Ihnen!
«Vielseher» haben schlechtere Schulnoten, da eindrucksvolle Bilder das Gedächtnis schnell ermüden lassen und Gelerntes überlagern.
Deshalb gilt: Kein Fernsehen vor der Schule!
TV-Geräte und Computer gehören nicht ins Kinderzimmer!

Der Fernseher ist kein Babysitter
Kinder im Kindergarten sollen höchstens ½ Stunde und Primarschulalter höchstens 1 Stunde täglich vor dem Bildschirm sitzen. (inkl. Spiele am PC, Tablet oder Handy etc.)
Achten Sie darauf, dass der TV-Konsum inhaltlich und mengenmässig auf das Alter des Kindes abgestimmt ist.

Computer
Ein kontrollierter Internetanschluss mit geeigneten Sicherheitseinstellungen hilft, dass das Kind keinen unerwünschten Zugang zu Glücksspielangeboten, Videos mit Gewaltdarstellung, Pornoseiten, Kontakten mit Pädophilen etc. erhält.

Übrigens
Wie wäre es mit einem medienfreien Tag pro Woche für die ganze Familie?

 

 

 

 

Wussten Sie, dass gemeinsame Zeit ein wertvolles Geschenk ist?

Die Vorweihnachtszeit ist durch verschiedenste Aktivitäten, spezielle Stimmungen, aber auch durch Zeitmangel geprägt.

Warum die Adventszeit nicht einmal anders nutzen, um dem Kind Zeit zu schenken?

Verschenken Sie 24 x Zeit an Ihr Kind, indem Sie zum Beispiel miteinander: 

  • eine Geschichte erzählen
  • ein Hörbuch/CD hören
  • von früheren Weihnachtserinnerungen erzählen
  • ein kleines Ritual pflegen
  • mit Ihrem Kind zur Ruhe kommen
  • gemeinsam singen oder musizieren
  • eine Weihnachtsdekoration basteln
  • eine Schlittenfahrt unternehmen
  • Weihnachtsgebäck backen
  • einen Adventstee zubereiten und geniessen
  • Kerzen ziehen oder giessen
  • den Weihnachtsbaum im Zentrum oder in der Stadt anschauen
  • eine gemütliche Shoppingzeit mit einem einzelnen Kind einbauen
  • einen Abendspaziergang unternehmen
  • die Weihnachtsfenster besuchen
  • beim Weihnachtssingen mitmachen

 

Übrigens

Bleibende Erlebnisse sind jene, die wir in Beziehung mit Menschen machen können. 

 

 

 

 

Wussten Sie, dass Kinder im Schlaf schlau werden?

Für Kinder ist ein guter und ausreichender Schlaf immens wichtig!

Schon lange ist bekannt, dass die während des Tages aufgenommenen Erfahrungen und Informationen im Schlaf verarbeitet werden. Lerninhalte, die während des Tages ins Kurzzeitgedächtnis gelangt sind, werden in der Schlafphase im Langzeitgedächtnis gespeichert. Gelerntes wird so gefestigt.

Während der Nachtruhe finden also wichtige Lernschritte statt. Aufgenommenes wird zu verstandenem Wissen.

Ein Schulkind braucht mindestens 9 bis 10 Stunden, ein Kindergartenkind 9 bis 12 Stunden Schlaf.

Vor dem Schlafengehen sollte dem Kind eine „ruhige Zeit“ ermöglicht werden, ohne Computerspiele, ohne aufregenden Fernsehkonsum oder anheizende Musik.

 

Übrigens
Kinder, die genügend und entspannt schlafen, sind leistungs- und lernfähiger.

 

 

 

   

Wussten Sie, dass Kinder nur ein Teil der Familie sind und nicht der Mittelpunkt?

Eltern zu sein ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Der Alltag der Kinder bestimmt ihr Leben. Und doch ist es sehr wichtig, dass Eltern bewusst auch Freiräume für sich schaffen.

Kinder müssen lernen, dass sie in eine Familie hineingeboren wurden und in einer Lebensgemeinschaft die eigenen Bedürfnisse nicht immer an erster Stelle stehen. Nur so werden sie später ihren Platz auch in einer grösseren sozialen Gruppe (Schulklasse, Verein, Arbeitsplatz) finden.

Ein Ausgleich zwischen Zeiten, in denen die Eltern etwas mit dem Kind unternehmen und Phasen, in denen es selbst für sich etwas gestalten darf, fördern seine Aktivität und Motivation. Räumen Sie dem Kind nicht alles aus dem Weg, sondern lassen Sie es altersgerechte Ziele mit eigener Kraft verwirklichen.

Kinder sollen auch eine gewisse Zeit alleine sein können. Dies ist altersabhängig und mit klaren Abmachungen zwischen Ihnen und Ihrem Kind geregelt. Sich zurückzuhalten bedeutet nicht, das Kind allein zu lassen. Es ist vielmehr ein Zeichen des Vertrauens, wenn Eltern sich manchmal in den Hintergrund zurückziehen.

 

Übrigens: Zu sehr umsorgte Kinder werden zu „Prinzen und Prinzessinnen“, die schlecht damit umgehen können, wenn sie einmal nicht im Mittelpunkt stehen oder etwas nicht nach ihren Wünschen verläuft.

 

  Wussten Sie, dass unsere tägliche Umgangssprache unsere „Visitenkarte“ ist?

Wir Erwachsenen haben mit unserer Sprache eine Vorbildfunktion. Weisen Sie als Eltern Ihr Kind darauf hin, dass in Ihrem Umfeld gewisse Ausdrücke nicht geduldet werden und Sie Wert auf Anstand und Freundlichkeit legen.

Kinder, die in ihrem Worrschatz häufig grobe Ausdrücke und Schimpfwörter benutzen, werden von den anderen eher gemieden und haben oft Probleme, echte Freunde zu finden.

Böse Worte können genauso verletzend sein wie körperliche Schläge. Daher ist es wichtig, dass Kinder lernen, sich mit passenden Worten für ihre verletzenden Äusserungen zu entschuldigen.

 

Übrigens

Kinder, die gelernt haben, freundlich mit ihren Schulkameraden umzugehen, sind in der Klasse meist besser integriert.

 

 

 

 

 

Nein

 

Wussten Sie, dass „NEIN“ kein Schimpfwort ist?

Ohne verbindliche und zuverlässige Regeln und Abmachungen werden Kinder oft haltlos und haben später Mühe, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden. Kinder brauchen Grenzen, um sich orientieren zu können; sie fordern diese aber auch immer wieder heraus. Als Eltern geben Sie den Kurs vor: getroffene Abmachungen werden eingehalten, Regelverstösse haben Konsequenzen!

- Ein Nein bleibt ein Nein, auch wenn Ihr Kind lautstark bettelt und so die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

- Alle Eltern kennen aus Diskussionen mit ihren Kindern den Satz: „Alle andern dürfen, nur ich nicht…!“

- Die Regeln, wie lange vor dem Bildschirm oder dem Computer gesessen wird, sollten im Voraus geklärt sein und müssen dann auch eingehalten werden.

- Lassen Sie sich von einem Tobsuchtanfall nicht provozieren, sondern bleiben Sie ruhig, aber auch konsequent.

 

Übrigens

Kinder können schon früh ganz gut „Nein“ sagen, für uns Erwachsene ist dies oft viel schwieriger.

 

 

 

Wussten Sie, dass Ihr Kind Anerkennung und Lob braucht?

Kinder müssen auf ihrem Weg noch eine Menge lernen. Sie dürfen viele Versuche wagen und auch Fehler machen. Dabei sollen Misserfolge nicht als Niederlagen erlebt werden, sondern der Motor für ein neues Angehen und ein nochmaliges Probieren sein. Ermuntern Sie Ihr Kind dazu, es mit Zuversicht erneut zu versuchen!

- Ein lobendes Wort oder eine freudvolle Äusserung der Eltern sind wichtiger als Geldgeschenke und andere materielle Versprechen.

- Durch Lob und Anerkennung lässt sich das Selbstbewusstsein Ihres Kindes steigern. So lernt es, besser mit Fehlern oder Niederlagen umzugehen und Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.

- Halten Sie am Ende der Woche mit Ihrem Kind Rückblick und loben Sie es ganz bewusst für eine gelungene Sache.

 

Übrigens

Die schönste Anerkennung für Ihr Kind ist, wenn Sie ihm Zeit schenken, um mit ihm gemeinsam etwas zu unternehmen.

 

 

 

 

Wussten Sie, dass Sie als Eltern die wichtigsten Menschen in der Welt Ihres Kindes sind?

Die Eltern prägen das Leben eines Kindes in hohem Masse. Als Eltern unterstützen Sie die Entwicklung Ihres Kindes, indem Sie

- Vorbild sind: Leben Sie Ihrem Kind Werte, Achtung und Liebe vor.

- Grenzen setzen: Auch wenn Ihr Kind dies im Moment nicht immer verstehen wird, sind Strukturen und klare Regeln wichtig, damit das Kind zu einem verantwortungs­bewussten Menschen heranreifen kann.

- sich Zeit für Ihr Kind nehmen: Elektronische Geräte sind keine Babysitter. Kinder brauchen Zuwendung und das Gespräch. Sie müssen spüren, dass sich die Eltern für ihre Anliegen, Sorgen, Wünsche und Freuden interessieren.

 

Übrigens

Gewalt beeinflusst die Entwicklung eines Kindes negativ. Sollte eine Situation zuhause einmal eskalieren, nehmen Sie Hilfe in Anspruch. So bietet zum Beispiel der Eltern-Notruf (Tel. 071 244 20 20) Soforthilfe an.

 

 

Wussten Sie, dass auch der Schulweg Ihr Kind fit fürs Leben macht?

Viele Kinder werden von den Eltern häufig mit dem Auto zur Schule und zum Kindergarten gebracht oder dort abgeholt. Diese Tendenz ist für die Kinder nachteilig, denn

• der Schulweg ist mehr als nur die Distanz zwischen Eltern- und Schulhaus. Er ist ein wesentlicher Bestandteil im Leben der Kinder. Auf dem Schulweg werden Entdeckungen gemacht, Natur und Umwelt werden beobachtet, es werden Kontakte geknüpft, Konflikte ausgetragen.

• der Schulweg fördert die motorischen Fähigkeiten der Kinder und ihre Kompetenz, den Strassenverkehr richtig einzuschätzen und situationsgerecht zu handeln.

• der tägliche Schulweg bedeutet regelmässige Bewegung, welche für die Gesundheit der Kinder äusserst wichtig ist. Bewegungsmangel ist ein Hauptgrund dafür, dass immer mehr Kinder übergewichtig sind.

Nehmen Sie Ihrem Kind das Erlebnis Schulweg nicht weg! Hier lernen die Kinder mit dem Verkehr, andern Kindern und Wind und Wetter klarzukommen. Der Schulweg steht somit auch für das Vertrauen von Ihnen in Ihr Kind.

 

Übrigens

Für den Schulweg gibt es kein ‚schlechtes Wetter’, sondern nur die falsche Bekleidung. 

 

Wussten Sie, dass ein richtiges Frühstück für Ihr Kind besonders wichtig ist?

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind am Morgen ein gesundes Frühstück erhält und einen Znüni oder Zvieri mitnehmen kann (keine Süssigkeiten, keine Gipfeli).
Nehmen Sie sich bei den gemeinsamen Mahlzeiten genug Zeit für Gespräche mit Ihrem Kind.

Denken Sie daran, dass Sie mit einem vernünftigen Essensangebot auch den Grundstein für eine gesunde Ernährung als Erwachsene legen und Entscheidendes gegen Fettleibigkeit tun.

Übrigens

Auch der Schulweg trägt zur Fitness bei - wenn er zu Fuss oder mit dem Velo zurückgelegt wird.

 

  Fit fürs Leben

Wussten Sie, dass Ihr Kind regelmässig genügend Schlaf braucht?

Für Kinder im Kindergarten und in der Primarschule sind jede Nacht 
9 bis 12 Stunden Schlaf nötig.

Kindergarten, erste und zweite Klasse: spätestens um 19.30 bis 20.00 Uhr ist Bett.
Dritte und vierte Klasse: spätestens um 20.15 bis 20.45 Uhr ins Bett.
Fünfte und sechste Klasse: spätestens um 20.45 bis 21.30 Uhr ins Bett.

Die letzte halbe Stunde vor dem Einschlafen sollte immer möglichst gleich ablaufen. (z.B. Pyjama anziehen, Zähneputzen, ins Bett gehen, Gute-Nacht-Geschichte, Gute-Nacht-Kuss, Licht löschen.)

Übrigens

Rituale bieten den Kindern Sicherheit und ersparen den Eltern Diskussionen.